DLRG braucht neues Boot - Übung auf der Ems nur mit zusätzlichem Traktor möglich

Rettungsbootsführer und Wasserretter der DLRG OG Emsdetten e.V. haben am vergangenen Samstag nach Absprache mit dem Kreis Steinfurt eine Kontrollfahrt auf der Ems unternommen. Ziel war es unter anderem zu kontrollieren, ob nach dem letzten Hochwasser eventuelle Schäden im Uferbereich festzustellen sind. Da außerdem am 13. Januar 2018 das traditionelle Neujahrsschwimmen der DLRG Emsdetten stattfindet, konnte so auch die Schwimmstrecke noch einmal vom Wasser aus begutachtet werden. Es zeigte sich: Die Kontrollfahrt war nur möglich, weil Transporter und Boot über einen zusätzlichen Traktor abgesichert wurden,, der beim Ein- und Rauslassen des Bootes hätte helfen können.

Mittlerweile sind das Einsatzboot und der dazugehörige Transporter der Ortsgruppe schon sehr in die Jahre gekommen. „Der neue Transporter sollte über Allrad verfügen“, sagt Olaf Bekemeier, der verantwortliche Referent für das Bootswesen in der Ortsgruppe, „und das neue Boot muss hochwassertauglich“ sein. Während der Übung auf der Ems wurde erneut deutlich, dass auf das Material nicht mehr vollends Verlass sei, weshalb ein Traktor beim Einlassen und Rausholen des Bootes im Notfall hätte unterstützen können: „Der Boden am Ufer ist durch Regenwetter aufgeweicht. Der Heckantrieb hätte dadurch steckenbleiben können“, sagt Bekemeier weiter.

Bei künftigen Übungen und vor allem bei Einsätzen möchte die DLRG gerne ohne Traktor auskommen: „Im Ernstfall ist vernünftiges Einsatzmaterial unerlässlich. Da können unsere Kollegen noch so gut ausgebildet sein und mit noch so viel Enthusiasmus bei der Sache sein. Wenn die Räder durchdrehen und das Boot nicht zu Wasser kommt, können wir nur zuschauen“, unterstreicht Frank Tubbesing, 1. Vorsitzender, die Situation. „Wir sind in Emsdetten und über die Stadtgrenze hinaus mehr für unsere schwimmerischen Leistungen im Pool bekannt. Dabei sind wir schon seit 14 Jahren über den DLRG Landesverband Westfalen auch aktiv in den Katastrophenschutz des Landes NRW und damit auch regional im Kreis Steinfurt eingebunden. Wir stehen auf Abruf für Einsätze in den Gewässern der Umgebung oder bei Hochwassern bereit.“ Dies geschehe alles ehrenamtlich mit vielen Stunden Training, Übungsfahrten und überregional organisierten Rettungsübungen.

Ein Drittel der benötigten Summe von rund 110.000 Euro kann die Ortsgruppe aus eigenen Mitteln zusteuern. Mit der Stadt liefen zudem Gespräche für eine Unterstützung. „Es gibt laut Aussage der Verwaltung aber keine rechtliche Verpflichtung uns zu unterstützen. Im Hauptausschuss hat unser Antrag keine Mehrheit gefunden. Wir schauen nach vorne und sind für Unterstützung aus jeder Richtung dankbar“, sagt Tubbesing.  

Ein Traktor stand zur Stelle, um beim Einlassen und Rausholen des Bootes zu unterstützen.
Das Boot wird geslippt und so bei Bisping ins Wasser eingelassen.
Das Boot der DLRG OG Emsdetten bei seiner Kontrollfahrt auf der Ems.
Der Referent Wasserrettungsdienst Guido Wermers mit einem der fünf neuen Schutzhelme, die von der Firma Orderbase Consulting GmbH aus Münster gespendet wurden.